/ Philosophie
/ Mut
/ Architekten bauen Häuser. Die Menschen brauchen Häuser um darin zu leben. Modedesigner
entwerfen Kleidung. Die Menschen brauchen Kleidung um nicht zu erfrieren. Produktgestalter
bringen den Menschen die Dinge des alltäglichen Gebrauchs. Die Menschen können ohne sie
ihren Alltag nicht mehr bestreiten. Gestalter der visuellen Kommunikation bringen den Menschen
Bilder. Ohne diese Bilder würden die Menschen auch überleben. Du machst diese Bilder. Du
gestaltest in einer Disziplin, deren Sinnfreiheit der der schönen und bildenden Künste nahe
kommt und sich trotzdem nicht Kunst nennen darf. Du stehst etwas verloren zwischen all den
gesellschaftsrelevanten Gestaltern und Designern. Aber genau in dieser Irrelevanz deiner
Gestaltung liegt dein Vorteil und deine Kraft. Die Häuser der Architekten dürfen nicht einstürzen.
Die Kleidung der Modedesigner muss an den menschlichen Körper angepasst sein. Die von
Produktgestaltern entworfenen Gegenstände müssen auf die alltäglichen Bedürfnisse der
Menschen zugeschnitten sein. Du kennst keine Sachzwänge dieser Art. Sie verschwinden mit
der relativen Sinnfreiheit deiner Arbeit. Aus der Sinnfreiheit entsteht Freiheit in deinem Werk.
Deiner Arbeit. Freiheit in den Wegen die du gehst und gehen musst. Aus dieser Erkenntnis
heraus leitet sich ein grafischer Glaubensgrundsatz ab. Ein Dogma. Eine Regel. Ein Zwang.
SEI MUTIG! Sei mutig. Du bist frei ohne Zwänge. Du hast nichts zu verlieren. Also trau dich.
/ Disziplin
/ Dieser Mut birgt die Möglichkeit und die Notwendigkeit das starre Spartendenken zu
verlassen und interdisziplinäre Wege zu gehen. Design und Gestaltung als Ganzes zu
begreifen und sich die Freiheit auch in den anderen Disziplinen zu nehmen, um im Sinne
von Günter Gerhard Lange Neues zu schaffen.
/ Kultur
/ Dieses nicht auf einzelne Disziplinen beschränkte Design sollte nicht im Dienste einer
Kultur arbeiten, sondern sollte Kultur aktiv mitgestalten; Kultur schaffen.
/ Werbung
/ Kultur kann jedoch immer nur im Dialog entstehen. Werbung im klassischen Sinne bewegt die
Menschen im Gegensatz dazu, zu konsumieren. Die Leute werden aufgefordert, eine passive Haltung
einzunehmen und sich Begehrlichkeiten diktieren zu lassen. Um sich davon abzugrenzen muss es
das Ziel guter Gestaltung sein, die Menschen zum aktiven Handeln zu bewegen. Im Idealfall entsteht
dabei ein Dialog zwischen Gestalter und Betrachter, welcher diese Rollenverteilung aufhebt.
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